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Maxwell Award für Gerhard Sessler

Für seine Beiträge zu elektroakustischen Wandlern, für die Entwicklung des Siliziummikrofons und für seinen Arbeiten zu elektroaktiven Materialien wurde Professor Dr. Gerhard M. Sessler, emeritierter Professor am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik der TU Darmstadt, am 26.09. in Edinburgh von Prinz Philip mit dem renommierten IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award ausgezeichnet.

Prof. Dr. Gerhard M. Sessler nahm den IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award von Prinz Philip, Duke of Edinburgh, entgegen. Bild: Gary Doak
Prof. Dr. Gerhard M. Sessler nahm den IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award von Prinz Philip, Duke of Edinburgh, entgegen. Bild: Gary Doak

Gerhard Sessler arbeitete von 1959 bis 1975 bei den Bell Laboratories in den USA. Dort entwickelte er gemeinsam mit Dr. James E. West im Jahre 1962 das Polymer-Elektret-Mikrofon. Derartige Mikrofone sind leistungsstark, klein und billig. Sie sind bis heute die weltweit verbreitetsten Mikrofone und werden in großer Stückzahl (über zwei Milliarden pro Jahr) hergestellt. Anwendung finden sie vor allem in Hörgeräten, Telefonen, Videokameras sowie im Rundfunk und Fernsehen.

1975 wurde Gerhard Sessler an die Technische Universität Darmstadt auf die Professur Elektroakustik berufen. Sessler und seine Mitarbeiter entwickelten dort in den 1980er Jahren das erste Silizium-Kondensator-Mikrofon, eine höchst innovative Technologie, die die Produktion von tausenden von Kleinst-Mikrofonen auf einer einzigen Silizium-Scheibe ermöglicht. Damit war nicht nur eine weitere Miniaturisierung im Vergleich zum Elektret-Mikrofon möglich, sondern es konnten auch andere Eigenschaften, wie beispielsweise die Temperaturbeständigkeit oder die Unempfindlichkeit gegenüber Erschütterungen verbessert werden.

Die auch als MEMS-Mikrofone (für MicroElectroMechanicalSystems) bezeichneten Silizium-Mikrofone werden heute ebenfalls in Stückzahlen von über eine Milliarde pro Jahr hergestellt. Eingesetzt werden sie vor allem in Mobiltelefonen, aber auch in Laptops, Tablet PCs, Spielkonsolen und Kameras. Zur Geräuschunterdrückung benutzen heutzutage auch die meisten Smartphones bereits zwei oder mehr MEMS-Mikrofone.

Der IEEE/Royal Society of Edinbugh (RSE) Wolfson James Clerk Maxwell Award wurde 2006 zu Ehren des im schottischen Mathematikers und Physikers James Clerk Maxwell (1831-1879) ins Leben gerufen. Maxwell legte mit seinen Arbeiten die Grundlagen für die elektromagnetische Wellen-Theorie, Funkausbreitung, Mikrowellen-Technik und den Funkverkehr. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt wegweisende Beiträge, die einen außergewöhnlichen Einfluss auf die Entwicklung der Elektronik und Elektrotechnik oder einem verwandten Gebiet haben. Der Preis wird jährlich vergeben.

Benjamin Franklin Medaille an Prof. Sessler.

Prof. Dr.rer.nat. Dr.h.c. Gerhard M. Sessler erhielt – gemeinsam mit James E. West – am 29. April die angesehene Benjamin-Franklin-Medaille des Jahres 2010.

Siehe dazu die Veröffentlichung der TU-Darmstadt.

Die folgenden beiden Abschnitte sind den offiziellen Mitteilungen des Franklin Institutes entnommen:

Citation: The 2010 Benjamin Franklin Medal in Electrical Engineering is presented to Gerhard Sessler and James West for the invention and development of the first practical electret microphone, which can inexpensively be made small enough to fit into cellular phones, digital cameras, and other portable devices.

Gerhard Sessler and James West invented the most ubiquitous microphone in use today—the small, affordable, and high-performance foil electret microphone, which now serves as the basis of 90% of the more than 2 billion microphones produced annually. Working at Bell Labs in the 1960s, Sessler and West replaced the traditional microphone condenser—which was expensive, bulky, and demanded a high voltage input—with an „electret“ foil. This foil, made of a piece of fluoroethylenepropylene, commonly known as Teflon, can permanently hold a charge independent from an electrical source. („Electret“ is a combination of the words „electric“ and „magnet,“ since it can hold a permanent electric charge the way a magnet can hold a permanent magnetic charge.) Without the need for a big battery, a low-voltage, easily miniaturized, and inexpensive microphone was introduced, and has found its way into professional microphones, cell phones, hearing aids, baby monitors, video cameras, and more.